Ägypten – Das Land am Nil

Ägypten ist mit einer Gesamtfläche von rund 1 Mio. Quadratkilometern knapp dreimal so groß wie die Bundesrepublik Deutschland. Mit ca. 60 qkm gehört der Sinai bereits zu Asien. Die meisten Ägypter leben entlang dem Nil – mit 6671 km längster Strom der Erde. 95 % von Ägypten sind Sandwüste.

Die restlichen 5% erstrecken sich entlang des Nils, vom Nasser-Stausee an der Grenze des Sudan bis zum Nildelta an der Mittelmeerküste bei Alexandria.   Der größte Teil der offiziell gemeldeten 65 Mio Ägypter bevölkert die fruchtbare Nilregion. Die Landessprache ist Ägyptisch-Arabisch (armeya). Ägypten ist in 26 Provinzen aufgeteilt. Die geographischen Regionen sind Oberägypten, Zentral-Ägypten, nördliches Oberägypten, Großraum Kairo, Kanal-Zone, Delta, Mittelmeerküste mit Alexandria und Marsa Matrouh, die Halbinsel Sinai. Die Landesflagge ist Rot- Weiß-Schwarz mit goldenem Adler.

Lebensader Ägyptens ist der Nil. Jeder Quadratmeter Boden seines Tals und seines Deltas wird landwirtschaftlich genutzt: Baumwolle, Weizen, Hirse, Zuckerrohr, Reis, Gemüse, Ölfrüchte und Obst sind die wichtigsten Produkte. Die Regulierung des Nils durch den Assuan-Staudamm ermöglicht bis zu vier Ernten pro Jahr, hat aber auch eine Reihe von öko- logischen Problemen mit sich gebracht.

Das Rote Meer

Von Europa aus gesehen ist das Rote Meer das nächstgelegene tropische Gewässer, und deshalb ist es das ideale Reiseziel für Taucher aus aller Welt. Aufgrund bestimmter Eigenheiten, die sonst wo nicht gefunden werden, ist das Rote Meer einmalig.
Es ist ein Meeresbecken (Mittelmeer), dass nach Norden hin durch die Straße von Suez und den Golf von Aqaba und nach Süden hin durch die Straße von Bab el Mandeb abgeschlossen wird.

Durch letztere wird zwar Wasser zugeführt, jedoch können sich wegen der geringen Tiefe dieser Schwelle (etwa 100 Meter) die Strömungssysteme des Indischen Ozeans nicht auf das Rote Meer auswirken. Vom Ökosystem her ist das Rote Meer dem Indopazifik zugehörig, es unterscheidet sich jedoch dadurch, dass 20 bis 30 % der Fischarten endemisch sind (das heißt nur dort heimisch).

Eine weitere Besonderheit des Roten Meeres ist die Vielfalt der Korallenriffe – bisher wurden über 400 verschiedene Arten von Korallen nachgewiesen. Dieses vergleichsweise kleine Meer ist 2.600 Kilometer lang und an seiner breitesten Stelle vor Äthiopien nur 400 Kilometer breit. Dabei weist es große Tiefen auf, in denen die Wassertemperaturen aufgrund von vulkanischen Aktivitäten im Meeresboden bis zu 30 Grad betragen können.

Bemerkenswert ist auch die Regelmäßigkeit der Strömung: Nordwärts im Winter und südwärts im Sommer. Gezeiten sind praktisch nicht vorhanden. Korallenriffe gehören zu den stabilsten Ökosystemen, soweit man bisher herausgefunden hat, weil sie die Fähigkeit haben, sich zu regenerieren, und weil zwischen den Korallen und den sonstigen Riffbewohnern ein ausgeklügeltes Gleichgewicht herrscht.

Der oberflächliche Betrachter mag daraus schließen, dass dieser Schatz für immer Bestand haben wird. Da aber die Nutzung des Roten Meeres durch den Menschen stark zugenommen hat, muss dieser seinen Teil zum Schutz dieser Umwelt beitragen. Wer einmal an der Straße von Suez steht, wird einen Eindruck bekommen von der endlosen Reihe großer Frachter, die das Rote Meer befahren.

Diese Schiffe, vor allem die vielen großen Öltanker, stellen eine permanente Umweltbedrohung dar. Jeder Ölschaden würde Lebensräume für Tausende von Lebewesen sowie diese selbst vernichten. Auch die Taucher selbst müssen ihren Teil dazu beitragen und Verantwortung dafür übernehmen, wenn sie das Meer lieben und für ihr Hobby nutzen.

Glücklicherweise hat auch die ägyptische Regierung die Auswirkungen des Tauch-Tourismus rechtzeitig erkannt und Naturschutzparks eingerichtet, bspw. am Ras Mohammad, dem südlichsten Punkt der Sinai-Halbinsel. Sie dienen dem Ziel, Gebiete von besonderer biologischer und ökolo- gischer Bedeutung vor Schäden zu bewahren und zu schützen.

Die Auswirkungen dieser Schutzgebiete waren sofort und nachhaltig zu verspüren, und deshalb gehören auch heute noch die Tauchplätze am Ras Mohammad, der Straße von Tiran oder auch das Carless Reef vor Hurghada zu den besten überhaupt – nicht nur im Roten Meer, sondern weltweit. Je weiter man in den Süden des Roten Meeres vordringt, desto weniger touristische Ein- richtungen trifft man an.

Menschen & Brauchtum

»Marhaba«, sagt der Ägypter, wenn er meint »Welcome to Egypt«. Staatsreligion ist der Islam, zu dem sich etwa 94 % der Bevölkerung bekennen. Dem koptischen Christentum gehören nach unabhängigen Schätzungen rund 6 % der Ägypter an. Eine unverzichtbare Institution Ägyptens sind die Kaffeehäuser, sozusagen der Wirt um die Ecke. Dort sitzen die Männer unter sich, trinken Tee mit Minze oder süßen arabischen Kaffee, rauchen Wasserpfeife mit Apfelgeschmack, spielen Tawla (Backgammon) und tun, was die Ägypter am liebsten tun: über Gott und die Welt reden, schimpfen – und lachen.

Und dann ist da noch die berühmteste ägyptische Eigenheit, genannt das ägyptische IBM, mit der sich der Reisende am besten schon vor der Ankunft anfreundet und westeuropäische Gedanken von Effizienz für die Dauer des Urlaubs vergißt.

Die Initialen stehen für „insha’allah“ (So Gott will), „bukra“ (morgen) und „malesh“ (Macht nichts, Entschuldigung!). „Insha’allah“ bedeutet, daß alles schiefgehen kann, wenn es Gottes Zustimmung nicht findet. Andersherum liegt der Grund für alles Scheitern damit immer außerhalb menschlicher Einflußnahme. „Bukra“ ist ein dehnbarer Begriff, der die Dimension von Ewigkeit annehmen kann: vielleicht morgen, übermorgen oder überübermorgen. „Malesh“ entspricht dem ägyptischen Gemüt, die Ruhe zu bewahren, da man ja doch nichts ändern kann. Vielleicht klappt es ja, insha’allah, bukra.

Alles ist nämlich, „mish mushkella“,

No Problem !

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